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Quelle: istockphoto.com
In mehr als 100 Jahren Filmgeschichte gab es ein paar Kinofilme, in denen Frauen in Männerrollen schlüpften, aber nicht viele. In den meisten Fällen verkleiden sich Frauen als Männer, um Dinge tun zu können, die ihnen ansonsten verwehrt blieben. Der Geschlechterkampf spielt in diesen Filmen also eine große Rolle: die Frau als nicht gleichberechtigtes Wesen in der Gesellschaft. Das beschäftigt auch Soziologen und Bildungsforscher seit vielen Jahrzehnten. Nun mag diese Ansicht veraltert sein, da sich die Rolle der Frau in den letzten Jahrzehnten durchaus verändert hat. Für die moderne Frau ist die Rolle der Frau am Herd mittlerweile Nebensache geworden. Frauen haben das gleiche Recht auf Bildung und Selbstverwirklichung wie die Männer. Das führt dazu, dass auch in Führungspositionen zwar noch nicht gleich viel, aber immer mehr Frauen anzutreffen sind. Doch trotz der Emanzipation gibt es immer noch Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Diese werden aber kaum noch dadurch verarbeitet, dass Frauen in Männerrollen schlüpfen.


Yentl
Zu den absolut sehenswerten Filmen gehört „Yentl“. Dieser wurde 1983 unter der Regie von Barbara Streisand gedreht. Zudem spielte sie die Hauptrolle in dem Film. Im Wesentlichen geht es um ein jüdisches Mädchen im Jahre 1905 aus Europa, deren Mutter stirbt und die allein mit dem Vater aufwächst. Er unterrichtet sie heimlich im Talmud, was die Bibel des Judentums ist. Dies musste heimlich geschehen, weil der Unterricht für Mädchen zu dieser Zeit verboten war. Als ihr Vater verstirbt, verkleidet sie sich als Mann, um an einer Religionsschule zu studieren. Dort verliebt sie sich in einen Mitstudenten und der Ärger nimmt seinen Lauf. Ein gelungener Film, der zum Nachdenken anregt über die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Zum einen, wie die Rolle der Frau war und zum anderen, wie sie im Vergleich dazu heute ist. 

Die Päpstin
Eine Rolle im Leben die Frauen nicht ausfüllen dürfen, ist die des Papstes. Dies machte sich der Film „Die Päpstin“ zum Inhalt. Bei diesem Kinofilm handelt es sich auch um eine Romanverfilmung von Donna W. Cross. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die im Jahre 815 nach Christus geborene Johanna. Sie wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Früh lehnt sie sich gegen den für sie als Frau vorbestimmten Lebensweg auf und lernt heimlich lesen, schreiben und Latein. Sie verkleidet sich als Mann und geht ins Benediktinerkloster. Dort erlangt sie mit ihrer Heilkunde schnell an Berühmtheit. Aus Angst vor der Entdeckung ihres Geheimnisses flieht sie nach Rom und pflegt dort den Papst gesund. Nach dessen Tod wird Johanna zum neuen Pontifex gewählt.
Der einsame Weg einer Frau, die sich als Mann verkleiden musste, um ihre Ziele zu verwirklichen. Gespielt wird Johanna von Johanna Wokalek, die sich für diese Rolle sogar den Kopf rasieren ließ. Ob es die Päpstin wirklich einmal gab, ist umstritten, aber Buchverfilmung ist in jedem Fall sehenswert. Atemberaubende Szenen, Starbesetzung und eine stark an das Buch angelehnte Verfilmung lassen den Film zum Kinoerlebnis werden. Ein tolles Beispiel für den Mut einer Frau, die allen gesellschaftlichen Stolpersteinen zum Trotz ihren Mann steht und mal wieder beweist, dass Frauen sowieso die besseren Männer sind.

Männer in Frauenrollen
Frauen in Männerrollen stellen sich häufig die Frage über ihre Stellung in der Gesellschaft und über ihre Selbstzweifel. Häufig spielt bei aktuellen Filmen dieser Art des Geschlechtertausches auch Transsexualität eine Rolle. Bei diesem Thema steht ebenfalls die Frage nach der Position in der Gesellschaft im Mittelpunkt.
Anders wird es, wenn Männer Frauenrollen übernehmen. Da geht es nicht um Rollenfindung oder Selbstzweifel, sondern meist um Klamauk. Man erinnere sich nur an Peter Alexander und Heinz Rühmann als "Charleys Tante" oder Jack Lemmon und Tony Curtis in "Manche mögen's heiß". In neueren Filmen klaumaukten Dustin Hoffman (Tootsie) und Robin Williams (Mrs. Doubtfire) über die Leinwand. Eine kritische Auseinandersetzung mit der weiblichen Rolle in der Gesellschaft aus Sicht des Mannes hat im Kinofilm in Form eines Rollentausches bisher selten oder gar nicht stattgefunden.