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Gebrüder Lumiere, Quelle: Wikipedia
Der Zauber des Kinos, wenn das Licht ausgeht und die riesengroße Leinwand beginnt zu leuchten, begeistert nun schon seit mehr als 100 Jahren die Kinobesucher. Genauer gesagt feierte die Erfindung der Kinematografie 1995, 100-jähriges Bestehen. Die Erfindung von den Gebrüdern Lumiere gehört zu den bedeutendsten Kommunikationsmedien und ist eine wichtige Kunstform. Nicht gleichgesetzt werden darf die Kinogeschichte mit der Entwicklung des Films. Circa dreißig Jahre vor der Erfindung des Kinos wurde bereits erste Filmgeschichte geschrieben.
Die Erfindung des Kinos brachte die Menschheit ein großes Stück voran. Seit je her streben Menschen danach, die Wirklichkeit in Bildern zu reproduzieren. In der Steinzeit bemalten die Menschen Höhlen, später bildeten sie alles auf Leinwänden ab, dann kam die Fotografie und mit der Erfindung des Films war es erstmals möglich bewegliche Bilder festzuhalten.


Die Entdeckung des Kinos ermöglichte die Abbildung von beweglichen Bildern in Übergröße und für eine Vielzahl von Menschen. Die Erfindung schlug ein wie eine Bombe und das nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika. Pro Tag veranstalteten die Brüder in Frankreich bis zu 18 Filmvorstellungen, die jeweils etwas 20 Minuten dauerten. Um 1898 verloren die Brüder Einfuhrgenehmigung für die USA und das Interesse an den Kinovorstellungen in Frankreich ging wieder zurück. Beide Gründe führten zur Einstellung der Kinovorführungen.

Zur Jahrhundertwende wurde das Wanderkino interessant. Die Schausteller zogen von Jahrmarkt zu Jahrmarkt und führten Filme vor. Durch die permanenten Ortswechsel und dementsprechend wechselndes Publikum wurden die Wanderkinos bald zur Attraktion. Die Filme waren von schlechter Qualität und was man nicht vergessen darf in Schwarz-Weiß und stumm. Die ersten Filmproduktionsgesellschaften bildeten sich langsam heraus und produzierten hauptsächlich für den Jahrmarktbereich. Zu dieser Zeit entstand auch Hollywood. Dort begann man mit der Produktion auch längerer Filme und eine Verehrung der Filmstars fing langsam an. Nach und nach war es möglich, mit dem Kinogeschäft viel Geld zu verdienen. 

So langsam integrierten sich auch feste Kinos weltweit. Die ersten waren noch ganz einfach gehalten, aber schnell entwickelten sich professionell und edel eingerichtete Lichtspieltheater. In Deutschland beispielsweise stieg die Anzahl der Kinos von 2.000 im Jahre 1900 innerhalb von 13 Jahren auf ein Vielfaches. Die ersten beiden Filmtheater gab es übrigens in Hamburg und Würzburg. Die Kinoindustrie brummte und blieb lange Zeit konkurrenzlos im Bereich der Vergnügungsindustrie. Vor allem mit der Einführung des Farb- und Tonfilms erlebte die Branche einen großen Zuwachs an Publikum. Dieser Boom hielt aufgrund des Wohlstandes bis zum Zweiten Weltkrieg.

In den 1950er Jahren bildete sich das Autokino heraus. Die Bedeutung eines Kinobesuches in Verbindung mit Romantik bekam eine ganz neue Bedeutung. Bis dahin waren Kinobesuche eher ein Spaß für die ganze Familie mit Kind und Kegel. Das sollte sich nun ändern. Liebespaare suchten sich vorzugsweise einen Platz in der letzten Reihe, der sogenannten „Lovelane“. Beim Kuscheln und Knutschen genossen die Liebespaare mehr oder weniger den Kinofilm. Vor allem bei der Jugend waren die Kinos deshalb sehr beliebt. Sie rebellierten so gegen die „prüden“ Zeiten, in denen Küsse in der Öffentlichkeit nicht zum guten Ton gehörten. Beliebt waren zum einen Liebesfilme bei den Frauen und Horrorfilme bei den Männern. Nicht zuletzt in der Hoffnung, dass die weibliche Begleitung ängstlich Schutz bei ihrem Begleiter sucht. Die Beliebtheit der Autokinos ist wieder stark zurückgegangen.

In den folgenden Jahren entstanden etliche Kinofilme. Diese beinhalteten die unterschiedlichsten Themen und es bildeten sich Vorlieben heraus. Männer schauen lieber Action- und Horrorfilme. Frauen hingegen bevorzugen Romanzen, Beziehungskomödien und Dramen. Diese Vorlieben machen sich Filmproduzenten und Kinobetreiber zunutze. Kinos bieten mittlerweile sogar Frauenabende an. An denen es heißt: „Männerfreie Zone bei der Filmvorführung. Zutritt nur für das weibliche Geschlecht.“ Keine gelangweilten Begleiter mehr, kein Stöhnen vom Nachbarn beim Quatschen und Lachen mit der Freundin, ohne, dass es einem peinlich sein muss. So macht Kino Spaß.