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Klischees gehören in die Welt von Gestern. Lange genug waren sie präsent. Schluss damit, sollte man meinen. Doch wie sehr sind Klischees noch immer bedienbar? Wie sehr sind die Mechanismen noch immer verankert? Wie sehr können die fest verwurzelten Verhalten aufgeweicht werden und wie sehr ist das wünschenswert? Solche Fragen kann man sich stellen und dabei zu einer hochinteressanten philosophischen Diskussion gelangen.

Doch soweit braucht man gar nicht zu gehen. Ein Blick in Zeitschriften oder ins Fernsehprogramm, die Nachrichten oder in die Nachbarschaft reicht, um zu wissen: Viel ist bereits erreicht worden in der Vergangenheit. Möglicherweise nicht alles, doch man kann soweit einmal zufrieden sein. Die Beachtung der neuen Rolle als Frau ist in den größten Teilen der Bevölkerung angekommen und akzeptiert. Fernsehserien und Filme im Kinocenter oder zu Hause führen uns die moderne Frau vor Augen, selbstständig und glücklich damit. Für die eine oder andere mag vielleicht manchmal die Story nicht ganz passen, denn oftmals ist diese Rolle mit viel Kampf verbunden oder auch mit Unglück und Leid. In jedem noch so guten Film, der sich mit dieser Thematik beschäftigt, gibt es diese eine, nicht einhundertprozentig akzeptierbare Unlogik. Für wieder andere jedoch ist oftmals genau dieser Aspekt jener, der das Gesehene so authentisch macht, so real und mit dem eigenen Leben verbunden. Manche stecken genau in dieser Situation. Die neue Stärke bringt auch Schwächen mit, die man gerne und geflissentlich übersieht. Das Erreichte ist nicht das Problem. Manchmal scheint es, als habe die Tilgung der Klischees und Vourteile und der geschichtlichen Rollenverteilung einen wichtigen Aspekt übersehen. Das berechtigte neue Selbstbewusstsein zwingt in eine Divergenz zwischen Frau sein und Frau sein wollen. Das Bild ist noch nicht zu Ende gemalt.

Die Beschäftigung mit dieser Frage drängt zu einer neuen Identifizierung mit der Problematik der erreichten Position. Und dazu, sich neue Ideale zu suchen. Wie die, welche wir gezeigt bekommen. Im Kinofilm: die der starken Frau. Zur Verteidigung und zur immer noch nicht abgeschlossenen Identifizierung als Frau in der (neuen) Gesellschaft.

Bild: Wunder Frau von MonkeyMyshkin, CC-BY


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