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Olympe-de-Gouges, Quelle: Wikipedia

Männern werden meist produktive und den Frauen reproduktive Tätigkeiten zugeschrieben. Zu den reproduktiven Tätigkeiten der Frau gehören insbesondere die Erziehung und Betreuung von Kindern als auch die Pflege älterer und kranker Menschen und die Essenszubereitung als auch der Haushalt. Diese Rollenverteilung ist sehr alt und geht bis in die Steinzeit zurück. Schließlich waren Frauen damals Sammlerinnen und Männer Jäger. So suchten Frauen im Wald und auf den Wiesen und Feldern nach Beeren und anderen essbaren Sachen und richteten ein zuhause ein und kümmerten sich um die Kinder als auch die Alten und Kranken, während die Männer auf die Jagd gingen. Ein erlegtes Tier bildete die Grundlage für alle Lebensbereiche - sorgte es für ausreichend und fette Nahrung, das Tierfell und die Tierhaut boten als Kleidung


oder auch Decken Wärme und Schutz und die eventuellen Hörner wurden als Trinkgefäße verwendet. Gleichzeitig war die Jagd eher unstetig im Vergleich zu der Arbeit der Frauen, die jeden Tag etwas Essen nach Hause brachten. Zudem wurden die Frauen oft als Gottheit verehrt, da diese mit der Geburt eines Kindes neues Leben schaffen konnten und so für den Fortbestand der Gruppe sorgten und mit all ihren anderen Fähigkeiten das Netzwerk bildeten.

Jäger und Sammlerinnen bis heute
Bis in die Neuzeit hat sich diese Arbeitsteilung gehalten – so gehen die Männer tagsüber zur Arbeit und die Frau bleibt zuhause und kümmert sich um die Kinder, den Haushalt und die Essenszubereitung. Diese Arbeitsteilung hat im Verlauf der Jahrhunderte allerdings auch dazu geführt, dass die Frauen immer mehr von den Männern abhängig wurden, da dieser Alleinverdiener war und die Frau finanziell komplett auf den Mann angewiesen ist. Heute kann sich in Deutschland kaum noch eine Frau eine solche Auszeit leisten, vor einigen Generationen war dieses allerdings undenkbar und die klassische Rollenverteilung Tagesordnung. Es ist auch noch nicht lange her, dass die Frauen juristisch nicht rechtsfähig waren. Dieses ist leider in einigen Kulturen, vor allem außerhalb Europas, immer noch der Fall.

Entwicklung der rechtlichen Stellung der Frauen
In der Antike wurde streng zwischen verheirateten und unverheirateten Frauen unterschieden, denen verschiedene Rechte zukamen. Ehefrauen wurden als Vorsteherin des Haushaltes angesehen, hatten außerhalb der eigenen vier Wände allerdings keinerlei Rechte und nahmen nicht am gesellschaftlichen Leben teil. Unverheiratete Frauen hingegen wurden als Priesterinnen der Göttin Vesta angesehen und ihnen standen alle Rechte zu.

Die Stellung der Frau im Alten Ägypten unterschied sich grundsätzlich von der Antike. So war die Frau im Alten Ägypten die Herrin und rechtlich selbstständig. Zudem nahmen dort bereits früh Frauen Machtpositionen ein, so zum Beispiel Cleopatra oder auch Nofretete. Allerdings nahm die Familie einen hohen Stellenwert ein, wodurch die Frauen sich auch bevorzugt den Kindern und dessen Erziehung widmeten. Durch das Christentum wurden die Rechte der Frauen wieder eingeschränkt.

Frauenrechtlerinnen seit der Französischen Revolution
Während der Französischen Revolution im Jahr 1791 verfasste Olymp de Gouges erstmals Rechte der Frauen - als Folge wurden bereits zwei Jahre später politische Frauenvereine in Frankreich verboten und Olymp de Gouges hingerichtet. Zur gleichen Zeit entstanden allerdings viele gleichartige Bewegungen in verschiedenen Ländern Europas, die sich mit den Rechten und der Gleichstellung der Frauen beschäftigte. Eine Vorreiterrolle nahm hierbei Finnland ein, wo bereits 1885 das patriarchale Ehegüterrecht aufgehoben und die Gütertrennung eingeführt wurde. In Deutschland sorgte das Familienrecht des BGB für Furore. So musste bis 1977 nach diesem eine Frau ihren Mann um Erlaubnis fragen, wenn sie einer beruflichen Tätigkeit nachgehen wollte. Bis in die 1950er Jahre mussten die Frauen sogar noch ihren Beruf aufgeben, wenn sie heirateten und die Ehemänner konnten diesen auch für ihre Ehefrauen kündigen. Dieses wurde erst durch das Gesetz über die Gleichberechtigung von 1957 geändert, wodurch auch die väterlichen Vorrechte bei der Erziehung eingeschränkt wurden und der Frau auch eigenes Vermögen zustand.

Die Frauenbewegung
In den 1960er Jahren setzte die sogenannte autonome, soziale und eher linksgerichtete Frauenbewegung ein, die sich vor allem mit der Diskriminierung von Frauen und insbesondere den Rechten von Müttern auseinandersetzte. In den 1990er Jahren kam vor allem in den USA eine dritte Welle der Frauenbewegung auf, die die zweite Welle weiterführte und sich unter anderem auch mit der Schwulen- und Lesbenszene beschäftigte. Mitglieder dieser Frauenbewegung werden Frauenrechtlerinnen und Feministinnen genannt – eine der bekanntesten in Deutschland ist wohl Alice Schwarzer.

Heutige Situation
Ein großer Kritikpunkt besteht in vielen Ländern an den Menschenrechtsverletzungen gegenüber Frauen und der hohen Würdigung der Privatsphäre, wodurch die häusliche Gewalt und Vergewaltigung verdeckt und verschleiert werden würde. Schwerpunkte bei der Arbeit gegen die Menschenrechtsverletzungen liegen in der Abschaffung der Zwangsprostitution, der Zwangsheirat, den Ehrenmorden sowie auch gezielten Abtreibungen an weiblichen Föten oder Tötung der weiblichen Säuglinge, Beschneidungen und Verstümmelungen an weiblichen Genitalien und die Einführung von Rechten wie das Recht auf Bildung.

Weitere Infos für Frauen im Web auf: women-eu.de.